Technisches SEO - Suchmaschinen-OptimierungTechnisches SEO

Das erste „Fachbereich“ in der SEO-Optimierung lautet: Technisches SEO. Dazu möchten wir als erstes den Begriff in die verschiedenen Bereiche der Suchmaschinenoptimierung einordnen.

Jede Suchmaschine schickt in regelmäßigen Abständen die sogenannten Crawler auf alle Webseiten, die ihr bekannt sind.

Die Crawler sind dabei kleine Programme, die – vereinfacht gesagt – den Quellcode der Seite sowie Anweisungen des Webservers „lesen“ und aus den Informationen versuchen zu verstehen, was auf der Seite dargestellt wird.

Diese Informationen legen die Crawler dann im sogenannten Index ab, in dem alle bekannten Webseiten aufgenommen sind. Aus dem Index werden dann die Suchergebnisse präsentiert, wenn Sie eine Suchanfrage auf einer Suchmaschine starten.

 

Wozu braucht man technisches SEO

Leider sind die Crawler der Suchmaschinen nicht sonderlich intelligent und können Webseiten nicht so lesen, wie wir Menschen es tun. Hier kommt die technische Optimierung zur Hilfe: Ziel ist es, die eigene Webseite so einzurichten, dass die Crawler ein bestmögliches Verständnis für die Seite und deren Inhalte bekommen.

Ein weitere wichtiger Aspekt: Ihrer Webseite wird von jedem Crawler nur ein bestimmtes „Budget“ zugeordnet, er wird sich also eventuell nicht alle Unterseiten Ihrer Webseite ansehen können, sondern nur solche, die er als wichtig erachtet. Daher ist ein weiteres Ziel des technischen SEO sicherzustellen, dass der Crawler die richtigen Informationen bekommt, um seine Seitenbesuche richtig zu priorisieren.

 

Technisches SEO in der Praxis

Soviel zur Theorie. In den nächsten Absätzen gehen wir auf einige Faktoren ein, die beeinflussen, wie der Google Crawler die Seite „sieht“.

 

Sitemaps

Ein guter Startpunkt für den Crawler ist die Sitemap. Eine Sitemap ist nichts anderes als eine Auflistung aller Unterseiten einer Webseite. Dabei können für jede Unterseite neben der URL die Wichtigkeit, voraussichtliche Änderungsfrequenz und das Datum der letzten Änderung angegeben werden. Entsprechend dieser Faktoren entscheidet der Crawler, welche Seiten er priorisiert ansieht.

Eine Sitemap sollten Sie der Suchmaschine immer aktiv bekannt machen und präsentieren. Im Falle von Google geschieht dies über die Search Console, wo Sie die Sitemap unter dem Menüpunkt „Optimierung – Sitemaps“ einreichen können. Am besten liegt die Sitemap auf Ihrem Server und Sie zeigen Google die entsprechende URL.

 

Robots.txt

Eng verwoben mit der Sitemap ist die sogenannte robots.txt. In dieser Datei können Sie festlegen, wie sich verschiedene Crawler auf Ihrer Seite verhalten sollen. So können Sie zum Beispiel einzelne Verzeichnisse vom Crawling ausschließen, wie etwa Administrationsbereiche, auf denen normale Nutzer keine hilfreichen Informationen bekommen.

 

NoIndex und NoFollow Tags

Neben den globalen Einstellungen über die Sitemap und die robots.txt können Sie auf den Seiten selbst auch steuern, wie sich Crawler verhalten sollen. Im <head> Element der Seite kann über den Tag <meta name=“robots“ content=“noindex,nofollow“> festgelegt werden, ob die Seite in den Index aufgenommen werden soll (index vs. noindex) und ob den Links auf der Seite gefolgt werden soll (follow vs. nofollow). Warum das Folgen von Links wichtig ist, sehen wir gleich.

 

Seitenstruktur

Eine weitere Möglichkeit dem Cralwer die Wichtigkeit einzelner Seiten zu vermitteln ist die Seitenstruktur sowie die internen Links. Die Seitenstruktur sollte, speziell bei größeren Seiten so gewählt sein, dass eine gewisse Hierarchie entsteht. Bleiben wir beim Hundeleinen Beispiel aus dem Keyword Research Artikel: Eine gute Struktur für Ihre Webseite könnte also sein, dass man alle Hundeleinen in ein Verzeichnis ordnet, also zum Beispiel ihreseite.ch/hundeleinen/. Die Unterkategorien (die hierarchisch weniger wichtig sind), könnten nun in Unterverzeichnisse, wie Beispielsweise

  • ch/hundeleinen/unter-1-meter/
  • ch/hundeleinen/1-bis-3-meter/
  • ch/hundeleinen/ueber-3-meter/

angeordnet werden. So wird dem Crawler bereits über die URL klar gemacht, dass Hundeleinen unter einem Meter eine Unterkategorie von Hundeleinen ist.

 

Interne Links

Außerdem sollten interne Links die Wichtigkeit verschiedener Unterseiten zeigen. Wenn Sie ein Spezialgeschäft für extra lange Hundeleinen betreiben, sollten auf Ihrer Webseite also deutlich mehr Links auf die URL ihreseite.ch/hundeleinen/ueber-3-meter/ verweisen als auf andere Seiten.

Je mehr interne Links – also Links von Ihrer eigenen Seite – auf eine Unterseite verweisen, desto eher wird Sie vom Crawler besucht. Das gilt übrigens auch für externe Links, hierauf gehen wir noch mal im Artikel zur Off-Page Optimierung ein.

 

Konsistenz unter den Faktoren

Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, dass die Faktoren untereinander konsistent sind. Wenn jede Ihrer Unterseiten auf eine Seite verlinkt, diese aber in der Sitemap die Priorität „niedrig“ hat, machen Sie dem Crawler das Leben unnötig schwer. Wie schon erwähnt sind die Crawler nicht die intelligentesten, daher sollten Sie Ihnen die Arbeit so einfach wie möglich machen.

 

Ladegeschwindigkeit

Neben den gerade beschrieben Faktoren, die den Crawler direkt beeinflussen, gibt es noch weitere Faktoren, anhand die Qualität und Vertrauenswürdigkeit einer Webseite von Suchmaschinen eingestuft wird. Ein großer Faktor ist dabei die Geschwindigkeit Ihrer Webseite. Google und andere Suchmaschinen sind darum bemüht, den Nutzern Seiten mit einer guten Bedienbarkeit und Nützlichkeit vorzuschlagen. Seiten, die zu langsam laden, sind frustrierend für User.

Daher sollten Sie Ihre Seite so schnell wie möglich machen – und zwar nicht nur für Suchmaschinen. Denn 40% aller Nutzer schließen Webseiten, die länger als 3 Sekunden laden, ohne sie anzusehen. Auf langsamen Seiten verbringen Nutzer außerdem weniger Zeit und kaufen weniger ein.

Die Optimierung der Ladezeiten muss daher beim technischen SEO eine hohe Priorität einnehmen.

 

Optimierung für Mobilgeräte

Smartphones sind überall, mittlerweile nutzen wir diese für die Suche fast doppelt so häufig wie Tablets oder PCs. Auch Google hat diesen Trend erkannt, die mobile Optimierung ist daher ein wichtiger Rankingfaktor für Webseiten. Entsprechend müssen Sie sicherstellen, dass Ihre Webseite auf Mobilgeräten lesbar angezeigt wird und schnell lädt.

 

HTTPS und SSL

Ein weiterer wichtiger Faktor für ein gutes Ranking ist die Verschlüsselung via SSL (Secure Socket Layer). Unsichere Seiten werden von Google als weniger vertrauenswürdig eingestuft und daher weiter unten in den Suchergebnissen angezeigt.

Auch für die Benutzererfahrung ist die Verschlüsselung von großer Wichtigkeit, die meisten Menschen wissen mittlerweile, dass sie auf das „grüne Schloss“ in der Adresszeile achten sollen. Und für die, die es nicht wissen, blendet Chrome seit Mitte 2018 eine Warnung ein, wenn Nutzer eine unsichere Webseite besuchen.

 

URL und Länderkennung

Für Suchanfragen aus bestimmten Ländern werden bevorzugt Suchergebnisse aus dem entsprechenden Land angezeigt. Sollte Ihr Zielmarkt also die Schweiz sein, sollten Sie darauf achten, dass Sie eine .ch Domain haben.

Wenn Sie mehrere Märkte bedienen und eventuell sogar eine mehrsprachige Webseite betreiben, ist für das technische SEO wichtig, dass die Spracheinstellungen richtig konfiguriert sind. Google bietet hier einen relativ ausführlichen Guide, wie man eine mehrsprachige Webseite korrekt einrichtet.

 

Fazit

Technisches SEO ist das Rückgrat jeder optimierten Webseite. Crawler müssen die Webseite richtig verstehen können, denn wenn die Seite nicht indexiert werden kann hilft der beste Content nichts.

Außerdem sorgt eine technisch optimierte Seite für eine gute Erfahrung für die Webseitenbesucher – um die es am Ende immer gehen sollte.

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